Drehbuch: Johann Hari, Suzan-Lori Parks
Schauspieler*innen: Andra Day, Trevante Rhodes, Garrett Hedlund, Leslie Jordan
Kinostart D: (FSK 16)
Kinostart US: (FSK R)
Originaltitel: The United States vs. Billie Holiday
Laufzeit: 2:11 Stunden
Filmkritik zu The United States vs. Billie Holiday
Die Geschichte von Billie Holiday erscheint wie erfunden, doch die gezeigte Geschichte orientiert sich an den wichtigsten Meilensteinen der Person.
Andra Day spielt die Billie Hollywood durchaus pointiert, wobei die Gesangsszenen jedes Mal ein Highlight darstellen: Die gut gesetzten Songs tragen die Story und sind zugleich mit ihrer grandiosen Stimme kurze Momente des Ausbrechens aus der realen Welt
Doch auch abseits der Szenen weiß Day zu überzeugen, indem sie die kämpferische und doch arg zerbrechliche Holiday mit sichtbarer -Zerrissenheit füllt.
Die Klasse des Schauspiels spiegelt sich jedoch nicht im Drehbuch wider: Schon fast störend unspektakulär wird das bewegte Leben Holidays inszeniert. Weder haben bestimmte Auftritte Auswirkungen noch wird ihre Drogensucht in besonderer Weise mit persönlichen Konsequenzen ausgefüllt. Einschneidende Erlebnisse erhalten zu wenig Raum oder werden wie alltägliche Szenen abgehandelt.
Nur selten schafft es der Film, inszenatorische Akzente zu setzen: So ist der Verrat durch ihren Freund an die Polizei insbesondere dank Day einprägsam, zugleich kann ein optischer OneTake durch das Vergangenheitsgeflecht einer Billie Holiday sehenswert. Doch auch diese Leuchtfeuer brennen schnell ab.
Zusammengefasst bietet der Film eine hervorragende Andra Day, die sich der Herausforderung, ein gesamtes Leben zu spielen, stellt und dieser Herausforderung gerecht wird.
Doch die Gesamtinszenierung schafft es nicht, die Unwägbarkeiten des Lebens von Billie Holiday mit der ausreichenden und angemessenen Dramaturgie zu füllen.